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Ein fatales Missverständnis zum Thema agiles Arbeiten

Agil bedeutet, wendig zu sein im Denken und Handeln – nicht schnell!

Auslöser für agiles Arbeiten war eine Erkenntnis, die die bisherigen Arbeitsweisen des Industriezeitalters auf den Kopf stellte: Die Einsicht, dass es eine Illusion ist, komplexe Prozesse im Vorhinein planen zu können. Es war das Eingeständnis, dass wir sowohl das Ziel eines Vorhabens als auch der Weg dorthin nicht kennen können.

Diese Erkenntnis macht es erforderlich, dass Mitarbeiter und Vorgesetzte heute völlig andere Fähigkeiten und Arbeitsweisen brauchen, um Vorhaben erfolgreich umzusetzen. Die bisherigen Arbeits- und Denkstrukturen des Industriezeitalters, die auf hierarchische Ordnung, Planbarkeit und Wiederholbarkeit von Arbeitsschritten ausgerichtet sind, sind nun kontra-produktiv.  

Die Kernfähigkeit, die Menschen heute brauchen, ist es, wendig zu sein im Denken, Planen und Handeln, um sich jederzeit auf die aktuellen Gegebenheiten einzustellen zu können.

Agilität bedeutet, sich in höchstem Maß an die jeweiligen Bedingungen anpassen zu können, also die Fähigkeit zu haben,

  • Veränderungen pro-aktiv und rechtzeitig vorwegzunehmen vs. auf sie zu reagieren
  • selber innovativ zu sein und Rahmenbedingungen zu gestalten vs. auf gegebene Rahmenbedingungen zu reagieren
  • Prozesse immer wieder zu hinterfragen, ständig zu lernen und dieses Wissen mit allen Beteiligten zu teilen vs. eigenständig einen festgelegten Plan abzuarbeiten.

Was können Sie tun, um agil zu sein?
Die gute Nachricht ist: Agiles Arbeiten stellt den MENSCHEN in den Vordergrund. Im direkten Austausch von Mensch zu Mensch entsteht gemeinsames Lernen, geschieht Entwicklung, wird neues Handeln kreiert. Jeder von uns hat es also in der Hand und kann bei sich selbst ansetzen, um vorbereitet und fit zu sein für agiles Arbeiten. 

Agiles Arbeiten braucht ein agiles Mindset. Wie im Sport gilt es, dieses Mindset zu trainieren, um das eigene Denken und Handeln beweglich zu halten. Kernelemente für ein agiles Mindset sind

  • starke Kommunikationsfähigkeiten
  • die Bereitschaft, Eigenverantwortung zu übernehmen
  • die Fähigkeit zu vertrauen

1. Machen Sie sich Ihr aktuelles Mindset bewusst: Schätzen Sie Ihre Fähigkeiten auf Ihrer persönlichen Skala von 0 min I------------------I 10 max ein.

  • Wie wichtig ist es für mich, Arbeitspläne bis zum Ziel festzulegen und ihnen zu folgen?
  • Wie groß ist meine Bereitschaft, bestehende Arbeitsabläufe immer wieder zu hinterfragen und zu optimieren?
  • Wie oft tausche ich mich mit Mitarbeitern bzw. Kollegen über laufende Projekte aus? Dient dieser Austausch dazu, dass wir besser werden in der Erreichung unserer Ziele?
  • Wie gut sind meine Kommunikationsfähigkeiten a) zuzuhören und b) anderen Feedback zu geben?
  • Wie sehr übernehme ich die Verantwortung für das Fortschreiten von Prozessen, wie sehr bin ich Treiber?
  • Wie sehr bin ich auf meine eigenen Arbeitsabläufe fokussiert? In welchem Ausmaß arbeite ich in engem Austausch und Abstimmung mit Kollegen?
  • Wie sehr bin ich als Führungskraft bereit, meinen Mitarbeitern mehr Verantwortung zu überlassen anstatt selber den Weg zum Ziel vorzugeben?

2. Freuen Sie sich über die Punkte, die Ihnen bereits gut gelingen und bauen Sie diese weiter aus 😊

3. Identifizieren Sie die Punkte, an denen Sie arbeiten wollen, um im Denken und Handeln so wendig zu sein, wie es die agile Arbeitswelt der Zukunft erfordert.

4. Legen Sie fest, auf welche Weise Sie Ihre Fähigkeiten verbessern wollen, z.B. durch Seminare zur Optimierung spezifischer Kommunikationsfähigkeiten, Fortbildung zu agilen Arbeitsweisen, persönlichem Coaching zur gezielten Reflexion und ggfs. Veränderung von Einstellungen und bisherigem Denken und Handeln etc. 

So nehmen Sie die Zügel in die Hand und schaffen für sich die Voraussetzungen, mit denen Sie gelassen die agilen Veränderungen meistern werden.

 


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